Donnerstag, 15. September 2005

Its already a week ago...

dscn0070since I left Germany...
und somit auch quasi in eine andere Rolle geschlüpft bin. Unterschiedlicher können Leben nicht sein, und das vermag ich auch noch garnicht wirklich zu begreifen. Momentan geniesse ich für mich die hier herrschende Leichtigkeit des Seins und setze mich mit scheinbar so profanen Dingen auseinander wie die Verköstigung meiner Plagen, das Entertainmentprogramm für dieselbiegen und die Planung meiner Freizeit. Ich erlebe also gerade eine ganz andere Seite des Lebens und somit auch eine nie dagewesene an mir. Natürlich gibt das gleichzeitig Impuls für andere Auseinandersetzungen mit den eigenen Zielen und Wünschen, aber das sei hier nur am Rande erwähnt.
Bis jetzt erlebe ich jeden Tag etwas Neues und das macht natürlich total Spass. Dennoch hat sich gleich eine tägliche Routine eingespielt, die meinem Leben zumindest ansatzweise Struktur zukommen lässt. Morgens stehe ich recht früh auf und mache ein bisschen Spocht im Fitnessraum nebenan. Danach bereite ich das Frühstück für die Kids, kümmere mich um ihr Outfit, welches gerade bei fast 6jährigen Mädels wohlüberlegt werden will, und bringe dann den Matthew in den Kindergarten. Danach räume ich ein bisschen auf und erledige den Einkauf, bzw. lasse ich den erledigen, denn Lebensmittel kann man hier im Internet bestellen. Dann muss ich Matthew um vier Uhr abholen und anschließend kümmer ich mich dann mehr oder weniger um die Kids, bis sie schlafen gehen. Derzeit ist erstmal Grenzen testen angesagt und Jessica beherrscht ihre Rolle als pain in the neck schon ganz gut. Da geht man dann auch mal selbst an seine Grenzen, aber in diesem Mikrokosmos kann ich dann wenigstens mal antesten, ob meine Nerven potentiell in der Lage dazu sind, über den Dingen zu stehen, oder ob ich mich jetzt schon in der Nervenanstalt anmelden soll, für das anstehende burn-out-syndrom in meinem späteren Beruf.

In meiner Freizeit beschäftige ich mich dann derzeit damit, Toronto ein bisschen besser kennenzulernen und tue dass dann mit dem Fahrrad. Die Innenstadt ist in 10 Minuten zu erreichen, die Uni ist nur unwesentlich weiter weg. Die Stadt hat einiges zu bieten und gefällt mir bis dato ziemlich gut. Ein Starbucks an jeder Ecke und mit den Preisen an sich lässt es sich auch noch leben.dscn0078

Die Uni ist auch ganz nett, aber auf viele kleine Fakultäten verteilt. Ich habe es tatsächlich geschafft, eine Viertelstunde in der Bib zu verbringen, ohne auch nur ein einziges Buch ausfindig zu machen. Gott sei Dank treffe ich mich am Montag mit meiner Vörgängerin, die gerade hier ihre Doktorarbeit schreibt, und sie wird mir alles erklären, denn ganz nebenbei wollte ich ja auch noch eine Examensarbeit schreiben...

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